Die Ehemaligen der UK-Reika

Die militärische Nutzung der Reitzenstein Kaserne

Nachdem im Jahre 1936 wieder deutsche Truppen im Rheinland einzogen, wurden auch in Düsseldorf in aller Eile Unterkünfte für die neuen Truppenverbände errichtet.

Von 1936 bis 1938 entstanden hier folgende Kasernen:

  • Fort-Vaux-Kaserne am Mörsenbroicher Weg
  • Flak-Kaserne am Gallberg (Hubbelrath)
  • Flieger-Kaserne am Flughafen
  • Reitzensteinkaserne an der Graf-ReckeStraße

Am 10. Januar 1938 bezog die III. Abteilung des Artillerie-Regimentes 26 unter ihrem Kommandeur Major Feuchtinger die Reitzensteinkaserne.
Auch der Regimentsstab und die I. Abteilung des Artillerie-Regimentes 26 werden in die Reitzensteinkaserne verlegt, der am 15. Mai 1938 der heutige Name verliehen wurde.
Im Zweiten Weltkrieg sind die Truppen der Garnison Düsseldorf auf fast allen Kriegsschauplätzen zu finden.

Düsseldorf selbst wird durch Luftangriffe stark zerstört - so auch die Reitzensteinkaserne. Am 17. April 1945 marschieren amerikanische Truppen (8 Panzer und 800 Soldaten) in Düsseldorf ein.

Der nach dem Zweiten Weltkrieg noch bewohnbare Teil der Reitzensteinkaserne wird an wohnungssuchende Bürger als Notwohnungen vermietet. Es sind etwa 50 Mietparteien, die hier zu Hause sind, bis sie am 30. Januar 1956 von der Bundesvermögensstelle ein Kündigungsschreiben erhalten, weil die Kaserne, wie es darin heißt »nunmehr kurzfristig für öffentliche Zwecke in Anspruch genommen werden muß«. Dies war der Beginn einer neuen Ära der Reitzensteinkaserne.

Innerhalb von drei Monaten werden die Blöcke 8, 9 und 10 mit 50.000 Kubikmeter umbautem Raum aus der Erde gestampft. Am 16. April 1956 ist Richtfest.

In einem zweiten Bauprogramm folgen die Blöcke 6 und 7. Das Statistische Landesamt, das nach dem Kriege in früheren Gebäuden der Reitzensteinkaserne untergebracht wurde, verbleibt hier; es wird sogar durch ein weiteres Gebäude erweitert. Dieser Komplex wird aus dem neuen Kasernenbereich ausgeklammert.

Die wieder aufgebauten Blöcke der Reitzensteinkaserne (insbesondere 10, 9 und 8) werden zur Keimzelle des Wehrbereichskommandos III und damit des Territorialheeres in Nordrhein-Westfalen. In Block 7 werden andere Dienststellen untergebracht und Block 6 ist später Sitz der Werbereichsverwaltung III.

Im Mai 1956 ist die wiederaufgebaute Reitzensteinkaserne bezugsfertig. Der »Aufstellungsstab Wehrbereichskommando III« unter Oberst i.G. Wolfgang Queisner, der mit zehn Offizieren, einigen Unteroffizieren und Mannschaften und einem Zivilkraftfahrer seit Januar 1956 in der Schadowstraße im ehemaligen Cafe Kürten untergebracht war, zog im Mai desselben Jahres in die Reitzensteinkaserne und bildete damit den Grundstein für die territoriale Kommandobehörde mit über 400 Mitarbeitern.

Im Jahr 1994 wurde zum 01. April das Wehrbereichskommando Ill, im Rahmen der Heeresstruktur 5 und der damit verbundenen Truppenreduzierung, mit der Aufstellung des gemeinsamen Stabes Wehrbereichskommando III und 7. Panzerdivision, in die neue Form umgegliedert.

Das Schicksal der Auflösung, wie es als Folge der Neustrukturierung der Bundeswehr andere Divisionen betraf, blieb somit der 7. Panzerdivision lange Zeit erspart. Im Gegenteil - sie ging, trotz der Abgabe der Panzergrenadierbrigade 19 an die 1. Panzerdivision mit zwei kampfstarken, präsenten Panzerbrigaden und umfangreichen Verbänden der Führungs-, Kampfunterstützungs- und Logistiktruppen gestärkt aus der Umgliederung des Heeres hervor.

Zu Recht konnte die 7. Panzerdivision nach der Zusammenführung als kampfstärkste Division des deutschen Heeres bezeichnet werden.

Eine weitere Umstrukturierung der Streitkräfte brachte dann am 30.06.2006 das endgültige Aus für diesen Großverband und der Struktur des Wehrbereichskommando III.

© Auszug aus dem Jahresrückblick der UK WBK III/7.PzDiv e.V. 1994

 

Drucken