Die Ehemaligen der UK-Reika

Düsseldorf als Garnisonsstadt im Wandel der Zeiten

Der Anfang

Der Ausbau zur Festung zog sich jedoch durch Jahrhunderte hin. Erst 1600 wurde eine ständige Garnison von 300 Mann eingerichtet. Eine entscheidende Wende trat unter Kurfürst Johann Wilhelm (1679-1716), von den Düsseldorfer "Jan Wellem" genannt, ein, der die Stadt zu hoher Blüte führte. Er war auch der Schöpfer eines Heeres, das in Geist, Ausrüstung und Verwaltung mustergültig, war.

Der Weg zur preußischen Garnison

Französische Truppen hatten von 1743 an laufend bis 1762 in Düsseldorf in Garnison gelegen. Aber 1794 schossen die ehemaligen Freunde die Stadt von Neuss aus in Brand. Die kurpfälzisch-bayerische Besatzung leistete kaum Widerstand, plünderte, statt zu löschen und verließ am 7. Oktober 1794 unter Mitnahme der Zeughausbestände, kunstgewerblicher Sammlungen, der Archive, aller irgendwie wertvollen Ausstattungsstücke und der berühmten Gemäldegalerie Jan Wellems die Stadt. (Die Gemäldegalerie wurde nach Glückstadt gebracht, 1801 kehrte sie nach Düsseldorf zurück. 1805 verschwand sie endgültig und verblieb in München.)

Im April 1795 rückte ein aus allen Waffenfähigen der ehemaligen Düsseldorfer und Jülicher Besatzung gebildetes Regiment wieder in Düsseldorf ein. Unter dem Druck der Stände musste der neue Stadtkommandant die Stärke der Garnison jedoch erheblich herabsetzen. Im August 1795 bestand sie nur noch aus 1027 Mann. Die Franzosen aber standen nach wie vor auf der linken Rheinseite. Ihrem erneuten Angriff hoffte man sich zu entziehen, weil nur Österreich, nicht aber Kurpfalz mit Frankreich im Kriege stand. Doch gerade diese Halbheit lockte den Gegner zum Übergang über den Rhein. Am 6. September 1795 gab der pfälzische Kommandant Festung und Garnison Düsseldorf endgültig preis. Damit ging die zweihundertjährige Herrschaft der Wittelsbacher zu Ende. Düsseldorf war zum dritten Mal in der Hand des französischen Heeres. In der Folgezeit stellten Düsseldorf und das Bergische Land Soldaten für Frankreich. An den Feldzügen Napoleons nahmen alle in Düsseldorf stationierten Regimenter teil, von denen zwei Drittel die Heimat nicht wiedersahen.

Düsseldorf von 1814 bis 1945

1814 stellte der preußische Generalgouverneur Justus Gruner zwei neue bergische Infanterieregimenter auf, dazu ein eigenes Husarenregiment. Ab 1815 wird Düsseldorf endgültig preußische Garnison. Nur schwer schlossen sich die Düsseldorfer der neuen Herrschaft an, weil ihre Stadt - unter Kurpfalz von kulturell und wirtschaftlich überragender Bedeutung - nunmehr zugunsten von Köln zu einer Provinzstadt herabsank. Die Regiment-Kommandeure waren zwar bestrebt, ein befriedigendes Verhältnis zwischen Bürgerschaft und Garnison herzustellen, doch der öftere Wechsel der Truppenteile verhinderte dies weitgehend.

Erst nach dem Abflauen der Unruhen von 1848 darf man von "Düsseldorfer Husarenregimentern" sprechen. Drei Verbände waren es im Besonderen, die langsam schon damals in Düsseldorf heimisch wurden und die noch heute in ihren Traditionsverbänden weiterleben:

  • 5. Ulanen-Regiment (Westf.)
  • 11. Husaren-Regiment
  • Niederrheinisches Füsilier-Regimeut Nr. 39

Zwei Verbände haben bis 1919 jeweils über 50 Jahre in Düsseldorf in Garnison gelegen. Das 11. Husarenregiment wurde bereits am 24. Januar 1906 in die Garnison Krefeld verlegt.
Auch das 1. Westf. Feld-Artillerie-Rgt. Nr. 7, dessen Stab in Wesel lag, kann dazu gezählt werden. Seine II. Abteilung war von 1895 bis 1919 in Düsseldorf stationiert.

Nach und nach gestaltete sich die Beziehung zwischen Garnison und Bevölkerung enger. Heiraten zwischen Soldaten und Bürgerstöchtern waren nun an der Tagesordnung, ebenso wie die Tatsache, dass Gediente in Düsseldorf verblieben und dort ihre Berufe ausübten. Die Soldaten errangen sich einen angesehen Platz in der Gesellschaft, obwohl der Anteil an Militärs an der stetig wachsenden Bevölkerung (von 1850 bis 1900 stieg sie von 40.000 auf über 200.000 an) weniger als 1% betrug.

Im Ersten Weltkrieg wurde Düsseldorf zu einem der wichtigsten Sammelplätze der Armee mit einer Garnisonstärke von ca. 30.000 Mann. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Düsseldorf von deutschen Truppen geräumt und war bis zum 25. April 1925 Sitz des Hauptquartiers der französischen Rheinarmee.

Erst im Jahre 1936 marschierten wieder deutsche Truppen ins Rheinland und damit auch in Düsseldorf ein. Außer dem Infanterie-Regiment 39 waren folgende Truppenteile in Düsseldorf untergebracht:

  • Artillerie-Regiment 26
  • Jagdgeschwader 234
  • Flak-Regiment 64

dazu traten noch viele Dienststellen der Wehrmacht.

Folgende Kasernen wurden gebaut:

  • Fort-Vaux-Kaserne - Mörsenbroicher Weg,
  • Reitzensteinkaserne - Graf-Recke—Straße,
  • Flak-Kaserne - Am Gallberg (Hubbelrath),
  • Flieger-Kaserne - Flughafen.

Im Zweiten Weltkrieg wird die Stadt durch Luftangriffe stark zerstört. In den ersten Märztagen 1945 wird der Rhein Hauptkampflinie. Düsseldorf leidet sieben Wochen lang unter Artilleriebeschuss und Tieffliegerangriffen. Am 17. April 1945 marschieren amerikanische Truppen ein. Der Zweite Weltkrieg ist für Düsseldorf beendet.

Düsseldorf wird wieder Garnison

Doch schließlich, nach Wiederaufbau, Erringung der vollen Souveränität und Beitritt zur NATO, war auch die Zeit gekommen, zusammen mit den Alliierten einen militärischen Beitrag für die Erhaltung von Frieden und Freiheit zu leisten. Seit 1956 wurde Düsseldorf wieder Garnison. Es beherbergt in seiner Gastfreundschaft eine Reihe von Truppenteilen und Dienststellen der Streitkräfte und der Bundeswehrverwaltung, z.B.: Feldjägerbataillon 730, Fernmeldebataillon 820, Flugsektor E und Wehrbereichsverwaltung. Die herausragendste Rolle für Düsseldorf dürften jedoch die für die zivilmilitärische Zusammenarbeit verantwortlichen Kommandostäbe des Territorialheeres spielen.

Von ihnen liegen in Düsseldorf das Verteidigungskreiskommando 321, das Verteidigungsbezirkskommando 32 und das Wehrbereichskommando III. Die geographischen Grenzen ihrer Zuständigkeit sind abgestimmt auf die politischen Grenzen. So ist z.B. der Wehrbereich III identisch mit dem Gebiet von Nordrhein-Westfalen und der Befehlshaber im Wehrbereich III mit seinem Stab, dem Wehrbereichskommando III, Ansprechpartner der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen in militärischen Fragen.

Seit 1956 Bundeswehr in Düsseldorf!

Längst sind Soldaten und Zivilbedienstete als Bürger dieser Stadt integriert. Längst haben sich Ansätze einer eigenständigen Tradition gebildet. Hierzu gehört nicht zuletzt die "Internationale Militärmusik-Show

—WBK III Stand 1988—

Dem Bundesarchiv entnommen ist die Gesamtgeschichte des WBK III und seiner
Aufgabenstellung von 23.01.1956 bis 31.03.1994

Bearbeitungsstand 2004

 

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